Geomantie ist eine uralte Lehre, die ihren Ursprung in der Deutung von Mustern in der Erde hatte – etwa in Form von Sandzeichnungen, Steinsetzungen oder Erdverwerfungen. Ursprünglich diente sie der Weissagung, doch heute wird sie zunehmend als Kunst verstanden, Mensch und Natur in Harmonie zu bringen. Sie lädt dazu ein, natürliche Energieströme, geomagnetische Linien und feinstoffliche Strukturen wahrzunehmen und in Einklang mit ihnen zu leben.
Die moderne Geomantie beschäftigt sich mit Wasseradern, Erdverwerfungen, Ley-Linien, sogenannten „Kraftorten“ und anderen energetischen Phänomenen. Ziel ist es, Störfelder zu erkennen, Landschaften und Räume zu harmonisieren und so das Wohlbefinden von Mensch, Tier und Pflanze zu fördern.
Im asiatischen Raum findet sich ein vergleichbares Wissen im Feng Shui, das auf dem Konzept von Lebensenergie (Qi) basiert. Feng Shui und Geomantie sind beides erfahrungswissenschaftliche Disziplinen, die sich mit der Wechselwirkung von Mensch und Umgebung befassen – zwei unterschiedliche kulturelle Ausdrucksformen derselben Grundidee.


Historische Wurzeln und Schamanische Traditionen
Die europäischen Wurzeln der Geomantie reichen zurück bis zu den Kelten, die ihre Heiligtümer und Siedlungen oft in Einklang mit der Landschaft und den Himmelsrichtungen errichteten. Ihre Steinsetzungen, wie Stonehenge oder die bretonischen Menhire, waren nicht nur astronomische Kalender, sondern auch Orte spiritueller Kraft und ritueller Praxis.
Auch das Schamanentum, das auf allen Kontinenten in verschiedenen Formen existiert, weist eine enge Verbindung zur Geomantie auf. Schamanen gelten als Mittler zwischen der sichtbaren Welt und der unsichtbaren Welt der Geister. Ihre Rituale dienen dazu, das Gleichgewicht zwischen Mensch, Natur und Kosmos zu bewahren – ein Grundgedanke, der auch der Geomantie zugrunde liegt.
Globale Perspektive
Geomantie ist kein ausschließlich europäisches Phänomen. Ähnliche Praktiken finden sich weltweit: in den nordamerikanischen Medicine Wheels, den Tempelanlagen der Maya, den Drachenlinien Chinas oder den Songlines der australischen Aborigines. Sie alle zeigen, dass der Mensch seit jeher versucht hat, die verborgenen Strukturen der Erde zu verstehen und sich mit ihnen zu verbinden.
Spirituelle Praxis
Die Praxis der Geomantie geht weit über die reine Analyse von Orten hinaus. Sie umfasst Übungen, die die eigene Sensitivität und Intuition schulen:
- Meditation und Erdung, um sich mit der Energie des Ortes zu verbinden
- Rituale wie Räuchern, Trommeln oder Singen, die die energetische Atmosphäre klären und harmonisieren
- Geomantische Begehungen, bei denen Orte achtsam umrundet oder in bestimmter Reihenfolge betreten werden, um ihre Energie zu erspüren
- Arbeit mit Symbolen und Mandalas, um die energetische Qualität zu verstärken oder auszubalancieren
Viele Praktizierende berichten, dass diese Rituale nicht nur das energetische Gleichgewicht des Ortes beeinflussen, sondern auch innere Prozesse anstoßen, Klarheit schaffen und Heilung fördern können.


Wissenschaftliche Parallelen
Obwohl die feinstofflichen Aspekte der Geomantie schwer messbar sind, gibt es faszinierende Parallelen zur modernen Forschung:
- Geophysik untersucht Erdmagnetfelder, elektromagnetische Strahlung und Resonanzen, die möglicherweise mit „Kraftorten“ in Verbindung stehen könnten.
- Biologie zeigt, dass Tiere wie Vögel oder Bienen empfindlich auf Magnetfelder reagieren – ein Hinweis darauf, dass auch Menschen solche Einflüsse unbewusst wahrnehmen könnten.
- Umweltpsychologie belegt, dass Landschaften, Formen und Raumanordnungen das Wohlbefinden und die Psyche des Menschen beeinflussen.
- Neurokardiologie und Bewusstseinsforschung beschäftigen sich zunehmend mit der Rolle von Herz-Kohärenz, Intuition und kollektiven Feldern – Themen, die an das morphogenetische Feld der Geomantie erinnern.
So entstehen immer mehr Brücken zwischen traditionellem Wissen und moderner Wissenschaft, die die Relevanz der Geomantie für eine ganzheitliche Sicht auf Mensch und Natur unterstreichen.
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